Die Côte d’Azur mit dem Boot entdecken von Sainte-Maxime bis Les Issambres: Routen, Buchten und Anke

Die Côte d’Azur mit dem Boot entdecken von Sainte-Maxime bis Les Issambres: Routen, Buchten und Anke

Zwischen Sainte-Maxime und Les Issambres entfaltet die Côte d’Azur genau das Panorama, das viele vom Mittelmeer erträumen: glasklares Wasser in Türkistönen, duftende Pinien entlang eines zerklüfteten Küstenstreifens, kleine Häfen mit entspanntem Treiben – und dazwischen eine Reihe von Buchten, die vom Wasser aus erst ihre ganze Schönheit zeigen. Wenn Sie diese kurze, aber vielfältige Passage per Boot erkunden, bekommen Sie auf wenigen Seemeilen eine erstaunliche Bandbreite: kinderfreundliche Sandstrände, felsige Kaps zum Schnorcheln, ruhige Ankerplätze für den Mittagsstopp und kleine Calanques, die man an Land leicht übersehen würde. Hier finden Sie eine detaillierte, praxisnahe Orientierung für die Planung, sichere Navigation, lohnende Stopps und jene kleinen Entdeckungen, die Ihre Bootstour zu einem echten Côte-d’Azur-Erlebnis machen.

Warum diese Strecke so besonders ist

Die Linie von Sainte-Maxime nach Les Issambres liegt praktisch vor der Haustür des Golfs von Saint-Tropez, aber der Charakter der Küste ändert sich schnell: Östlich von Sainte-Maxime nehmen die Sandbuchten zu, die Küstenlinie wird kantiger, und zwischen den promontorischen Felsnasen verbergen sich kleine, windgeschützte Ecken. Die Distanzen sind moderat – ideal für Einsteiger, Familien und alle, die ohne Stress auf Sicht fahren möchten. Gleichzeitig gibt es genug Abwechslung: Vom weiten Sandstreifen der Plage de la Nartelle über die schnorchelfreundlichen Felsplatten an der Pointe des Sardinaux bis zu den kompakten Calanques rund um San Peïre und Bonne Eau. Das Schöne: Egal ob Sie zwei Stunden, einen halben Tag oder einen ganzen Tag Zeit haben – es gibt für jede Zeitplanung eine stimmige Route.

Planung und Vorbereitung: Boot, Karten, Proviant

Für diese Küstenpassage eignen sich fast alle Bootstypen: kleine RIBs oder Tagesboote mit Außenborder, Motoryachten oder Segelboote mit flachem Tiefgang. Da viele der schönsten Stopps in sandigen Buchten liegen, genügt oft ein Ankerplatz in 4–8 Metern Tiefe. Unverzichtbar sind aktuelle Seekarten oder eine verlässliche Navigations-App, denn einige Felsnasen ziehen sich weiter unter Wasser hinaus, als man es auf den ersten Blick vermutet.

  • Ausrüstung: Anker mit ausreichender Kette (mind. 3–5-fache Wassertiefe), lange Leinen, Paddel fürs Beiboot, Sonnen- und UV-Schutz, Trinkwasser in Reserve, Schwimmwesten für alle an Bord.
  • Proviant: Morgens lohnt sich ein Abstecher in die Markthalle von Sainte-Maxime oder zu einer der Bäckereien in Hafennähe. Frisches Baguette, Oliven, Tomaten, ein Stück Ziegenkäse und Obst sind perfekte Bordküche. Wer es süß mag, probiert die lokale Tarte Tropézienne als Nachtisch.
  • Zeiten: Starten Sie früh. Vormittags ist das Wasser meist ruhiger, die Sicht klarer – ideal zum Schnorcheln. Ab 11 Uhr frischt die Thermik häufig auf.

Für einen umfassenderen Überblick über Orte, Strände und Küstenlandschaften rund um diese Gewässer empfiehlt sich außerdem dieser Reiseführer für den Golf von Saint-Tropez.

Wind, Welle und Sicht: typische Bedingungen zwischen Sainte-Maxime und Les Issambres

Das Revier ist meist gutmütig, aber die Côte d’Azur hat ihre Eigenheiten. Der Mistral (Nordwest) kommt böig und klar, kann an klaren Tagen aber auch guten Schutz hinter Küstenkaps bieten. Bei Ostwind (Levante) baut sich in der Bucht von Sainte-Maxime und bis Les Issambres eine unangenehme „Houle d’est“ auf, die offene Buchten rollen lässt. Thermische Brisen am Nachmittag sorgen oft für Wellenkämme und etwas Kabbelwasser quer zur Küste. Am ruhigsten ist es in der Regel früh morgens und am späten Nachmittag. Die Sicht unter Wasser ist an Felsnasen und in sandigen Buchten ausgezeichnet – besonders rund um Sardinaux, Bonne Eau und entlang der Felsplatten von La Nartelle.

Häfen und Anlaufpunkte: Sainte-Maxime, San Peïre und Port Ferréol

Als Startpunkt eignet sich der Hafen von Sainte-Maxime mit seinen Services und der Nähe zu Geschäften. Auf der Les-Issambres-Seite gibt es gleich zwei kleine Häfen: den Port des Issambres in San Peïre und Port Ferréol etwas östlicher. In Sainte-Maxime finden Sie in der Regel den umfassendsten Service, inklusive Treibstoff, Werft und Kapitainerie; in San Peïre laufen Sie für kurze Stopps geschützt ein. Beide Häfen sind in der Saison gut frequentiert – Funkkontakt (VHF Kanal 9 für die Kapitainerie, Kanal 16 als Wachkanal) ist gängige Praxis.

Regeln auf dem Wasser: langsam nah an Land, ankern auf Sand, Posidonia schützen

Die französische Küstenlinie ist klar geregelt: Innerhalb von 300 Metern zur Küste gilt für Motorboote grundsätzlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Knoten. Badezonen sind mit gelben Bojen markiert, Zufahrtskanäle für Boote sind als Korridore mit Bojenreihen gekennzeichnet – diese respektieren und langsam fahren. Zum Ankern gilt die einfache, aber wichtige Regel: Suchen Sie sandige Flächen. Weite Teile der Küste sind von Posidonia-Seegras bedeckt, das ökologisch wertvoll ist und geschützt wird. Ankern Sie nicht im Seegras, sondern auf klar erkennbaren, hellen Sandflecken und nutzen Sie ausreichend Kette, damit der Anker hält ohne zu rupfen.

Überblick: Distanzen, Zeiten und Routenoptionen

Die direkte Strecke von Sainte-Maxime nach Les Issambres misst, küstennah gefahren, nur rund 6–8 Seemeilen – je nach Schlenkern in Buchten. Damit ergeben sich flexible Optionen:

  • 2–3 Stunden: Kurzer Törn mit einem Badestopp an der Nartelle oder bei Sardinaux.
  • Halber Tag: Von Sainte-Maxime über Sardinaux und Nartelle nach San Peïre, weiter zur Calanque de Bonne Eau und zurück.
  • Ganzer Tag: Erweiterter Kurs mit mehreren längeren Ankerstopps, optional bis La Gaillarde oder, bei ruhigen Bedingungen, ein Stück weiter Richtung Dramont (nur als Zusatzvariante für Erfahrene).

Rechnen Sie mit 20–30 Minuten reiner Fahrzeit zwischen den Haupthalten bei moderater Geschwindigkeit. Wer die Küste unmittelbar entlangfährt, lernt deutlich mehr kleine Buchten kennen – und hat viele Gelegenheiten, spontan anzuhalten.

Kurzroute: Sainte-Maxime – Pointe des Sardinaux – Nartelle – zurück

Eine ideale „Warmwerden“-Runde: Verlassen Sie Sainte-Maxime Richtung Osten und fahren Sie auf die Pointe des Sardinaux zu. Hier lohnt sich ein kurzer Schnorchelstopp entlang der Felsplatten. Weiter geht es in die weite Bucht der Plage de la Nartelle: Der Sandgrund bietet viele einfache Ankerplätze. Nach einer Badepause steuern Sie gemächlich am Ufer entlang zurück, optional mit einem Abstecher in die kleine Bucht bei La Madrague, die bei östlichen Wellen oft überraschend ruhig liegt.

Halbtagesroute: bis San Peïre, Bonne Eau und die Calanques

Von Sainte-Maxime hinaus, kurzer Stopp bei Sardinaux, weiter in mehreren kurzen Sprüngen über die Nartelle in Richtung Les Issambres. Vor San Peïre liegt ein breiter Sandabschnitt, der sich zum Ankern anbietet. Wer an Land möchte, nutzt den markierten Zufahrtskanal zum Strand und legt mit dem Beiboot an. Anschließend lohnt sich die Weiterfahrt zur Calanque de Bonne Eau: klein und beliebt, aber früh am Tag oder gegen Abend finden Sie oft noch Platz, um auf sandigen Zungen zwischen Seegrasfeldern zu ankern.

Ganztägige Entdeckerroute: Garonnette, Gaillarde und zurück

Mit einem frühen Start schaffen Sie eine ausgedehnte Runde: Sardinaux für den ersten Sprung ins klare Wasser, länger ankern in der Nartelle zum Mittag, danach die Felsbuchten östlich von San Peïre erkunden – Bonne Eau, Tardieu – und anschließend noch La Gaillarde ansteuern. Bei ruh scrolling, Warte mal – bei ruhigen Bedingungen lohnt hier der Blick auf die Reste römischer Fischbecken an der Küste. Am Nachmittag gemütliche Rückfahrt mit einem letzten Sundowner-Stopp bei La Madrague. Diese Runde bietet abwechslungsreiches Terrain und viel Abwechslung zwischen Sand und Fels.

Die schönsten Ankerplätze im Detail

Pointe des Sardinaux: Felsplatten, klares Wasser und Geschichte

Die Pointe des Sardinaux ragt als kleine, bewaldete Landspitze ins Meer. Unter Wasser zieht sie sich als Felsplateau weiter hinaus – genau das macht den Spot spannend zum Schnorcheln. Halten Sie etwas Abstand zur Spitze und suchen Sie westlich oder nordwestlich davon nach sandigen Flecken in 4–7 Metern Tiefe. Der Grund wechselt hier zwischen Fels, Seegras und hellen Sandzungen. An windstillen Vormittagen ist das Wasser kristallklar; halten Sie Ausschau nach Mönchsfischen und den Schatten von Meeräschen, die knapp über den Seegraswiesen gleiten. An Land erinnern Reste von Bunkeranlagen an die Kriegsjahre, was der Ruhe des Platzes einen unerwarteten historischen Akzent gibt. Die Pointe des Sardinaux zählt außerdem zu den schönsten Stränden und Küstenlandschaften rund um Sainte-Maxime und den Golf von Saint-Tropez, besonders wegen ihrer felsigen Küstenlinie und der klaren Schnorchelgewässer.

Plage de la Nartelle: weiter Sand, einfache Orientierung

Die Nartelle ist ein klassischer, breiter Sandstrand – vom Wasser aus wirkt der Farbkontrast zwischen Piniengrün, hellem Strand und Türkis besonders ausgeprägt. Hier ist Ankern denkbar einfach: Suchen Sie auf 4–8 Metern Tiefe einen hellen Sandteppich und geben Sie ausreichend Kette, damit das Boot beim Küstenbries ruhig liegt. Am östlichen Ende der Bucht wird der Grund felsiger, was das Schnorcheln interessanter macht. Gegen Mittag kann hier etwas mehr Schwell von Osten eintreffen; früh am Tag ist es meist ruhiger. Familien sind an der Nartelle besonders gut aufgehoben, da der Grund gleichmäßig abfällt und das Wasser klar bleibt.

La Madrague und La Croisette: kleine, oft unterschätzte Ecken

Zwischen Sainte-Maxime und Nartelle liegen kleinere Buchten wie La Madrague und La Croisette. Sie bieten oft mehr Schutz, wenn aus Osten eine lange, aber sanfte Dünung läuft. Der Grund ist gemischt: Suchen Sie die sandigen Flecken, die sich deutlich vom dunkleren Seegras abheben. Bei sommerlicher Thermik ist dies ein guter Ort für eine ruhige Mittagspause. Wer ungestörte Badezeit möchte, ist hier oft besser dran als an den bekannteren großen Stränden.

San Peïre und die Bucht vor Les Issambres

Vor San Peïre, dem lebendigen Zentrum von Les Issambres, finden Sie einen breiten, sandigen Abschnitt. Ideal zum Ankern außerhalb der Badezone, wenn Sie an Land etwas flanieren oder Kleinigkeiten einkaufen möchten. In der Saison ist der Zufahrtskanal für Boote gut markiert. Wenn mittags die Brise aufkommt, liegt man hier deutlich ruhiger als an exponierten Felsnasen. Zudem ist die Nähe zum Port des Issambres praktisch, falls Sie kurz einlaufen möchten. Ein Tipp: Der Küstenweg (Sentier du Littoral) verläuft in Ufernähe – vom Wasser aus sieht man immer wieder Zugänge, die auf kleine Felsbuchten hinweisen, die an Land nur Kenner ansteuern.

Calanque de Bonne Eau: klein, klar, schnell belegt

Die Bonne Eau ist eine dieser Calanques, die vom Boot aus einladend wirken: schmale Einbuchtung, smaragdgrüner Schimmer, Felsnasen zu beiden Seiten. Der Name ist Programm: In Küstennähe tritt hier bisweilen kühleres Quellwasser aus – ein lokales Detail, das man manchmal als feine Temperaturgrenze beim Schwimmen spürt. Der Grund ist ein Mosaik aus Seegras und sandigen Taschen. Ankern Sie ausschließlich auf Sand, mit Blick auf ausreichend Abstand zur Badezone. Unter Wasser lebt die Szenerie: Seegraswiesen am Rand, dazwischen helle Sandgassen, in denen sich gerne Goldbrassen aufhalten.

Rund um die Pointe de la Tardieu: rauer Fels und Schnorcheln

Östlich von San Peïre markiert die Pointe de la Tardieu den Beginn eines felsigeren Abschnitts. Hier finden Sie mehrere kleine Einbuchtungen, die je nach Windrichtung erstaunlich ruhig liegen können. Der Grund fällt teils steiler ab; achten Sie auf Felsköpfe, die sich unter Wasser fortsetzen. Für geübte Schnorchler ist das ein kleines Paradies: Zoomen Sie entlang der Felskante, wo das Licht in Flecken spielt und Krustenanemonen und Seesterne den Fels beleben. Auch hier gilt: Nur auf Sand ankern und ausreichend Kette stecken.

La Gaillarde: Sandbucht mit römischer Spur

La Gaillarde wirkt vom Wasser aus wie eine klassische Sandbucht. Wer genau hinschaut, entdeckt an der Küste bei niedrigem Wasserstand Spuren römischer Fischbecken, die einst in den Fels geschlagen wurden – ein kleiner historischer Aha-Effekt beim Ankern. Der Ankergrund ist überwiegend sandig, die Tiefe moderat. Nach einem Mittagsbad macht die Rückfahrt westwärts besonders Spaß, wenn die Nachmittagssonne die Küstenvegetation in warmes Licht taucht.

Schnorcheln, Schwimmen und kleine Naturfunde

Die Felskanten an Sardinaux, Bonne Eau und Tardieu bieten hervorragende Bedingungen: klares Wasser, abwechslungsreiche Strukturen, und in den Morgenstunden oft ausgezeichnete Sicht. Achten Sie auf folgende Spots:

  • Sardinaux-Westkante: Felsplatten wechseln mit Seegraswiesen; oft Jungfische im Flachwasser.
  • Ostende der Nartelle: Unterbrochene Felsstrukturen, gut für kurze, entspannte Touren.
  • Bonne Eau: Sandfenster zwischen Seegras, interessante Lichtspiele; an heißen Tagen spürt man kühleres Quellwasser.
  • Tardieu-Fuß: teils steiler fallender Grund, schöne Kontraste für fortgeschrittene Schnorchler.

Ein Hinweis für Familien: Halten Sie einfache Tauchbojen oder farbige Schwimmer bereit, um beim längeren Schnorcheln sichtbar zu bleiben. In den Sommermonaten können Quallen (vor allem die kleine, violette Pelagia) vereinzelt auftreten – eine kleine Flasche Essig oder Quallen-Gel im Bordset wirkt Wunder. Barfußläufer am Strand sollten auf Petermännchen achten, die sich gerne im flachen Sand eingraben.

Mit Respekt ankern: Posidonia, Abstände und Technik

Richtiges Ankern sorgt für ruhige Pausen – und schützt die empfindliche Küstenökologie. Suchen Sie vor dem Fallenlassen des Ankers die hellen Sandbereiche und vergewissern Sie sich, dass der Anker wirklich im Sand greift. Achten Sie auf ausreichend Schwojkreis, besonders in Buchten, in denen später weitere Boote ankommen. Eine Faustregel für die Kettenlänge: Dreifache bis fünffache Wassertiefe, bei aufkommendem Wind eher mehr. Prüfen Sie nach ein paar Minuten den Halt und richten Sie Ihr Boot so aus, dass es nicht in die Badezone schwojen kann.

Begegnungen auf dem Wasser: Fähren, Sportler, Zufahrtskanäle

Zwischen Sainte-Maxime und Saint-Tropez verkehren regelmäßig Ausflugsboote und Fähren, die aus dem Golf heraus- und hineinfahren. Halten Sie Abstand, denn sie haben Vorfahrt und erzeugen teils beachtlichen Wellenschlag. Dazu kommen Kajaks, SUPs und Schwimmer – gerade an den Strandrändern ist vorausschauendes, langsames Fahren Pflicht. In die Badezonen führen markierte Zufahrtskanäle für Boote. Nutzen Sie diese Korridore, wenn Sie mit dem Beiboot an Land möchten, und fahren Sie stets im Schritttempo.

Proviant, Bordküche und kleine Genussmomente

Die Route ist wie gemacht für ein mediterranes Picknick an Bord. In Sainte-Maxime besorgen Sie morgens frisches Brot, Obst, Oliven und Käse – oft gibt es zudem fangfrischen Fisch in Hafennähe. Ein einfacher Salat Niçoise lässt sich an Bord mit wenigen Zutaten zubereiten. Dazu gekühltes Mineralwasser und vielleicht ein Glas Rosé für die, die nicht mehr fahren müssen. Wenn Sie in San Peïre ankern, ist der Weg zu einer Bäckerei oder Eisdiele kurz. Besonders stimmungsvoll ist ein spätnachmittäglicher Kaffee an Deck, wenn die Küste langsam ins Goldene kippt und die Thermik wieder nachlässt.

Zwei bis vier Stunden: drei konkrete Mini-Itineraries

  1. Frühmorgenschnorcheln: Sainte-Maxime – Sardinaux – kurzer Schwimmstopp in der Nartelle – zurück. Start 8 Uhr, zurück gegen 10:30 Uhr, bevor die Brise aufkommt.
  2. Familien-Mittagsrunde: Sainte-Maxime – Nartelle zum Ankern und Baden – La Madrague für einen ruhigeren Nachmittagskaffee – zurück.
  3. Abendlicher Sundowner: Später Start, kurzer Badestopp bei La Croisette, dann Richtung Sardinaux für den Sonnenuntergang, zurück mit dem letzten Licht.

Halber bis ganzer Tag: entspannte Entdeckungsrunde mit mehreren Stopps

Planen Sie 5–7 Stunden ein: Sardinaux für den Start, Nartelle zum längeren Baden, weiter nach San Peïre für einen Landgang, dann Bonne Eau oder Tardieu zum späten Schnorcheln. Wer den Bogen erweitern möchte, schließt La Gaillarde an. Zurück geht es mit Blick auf die sanft bewaldeten Hänge des Massif des Maures – ein Panorama, das vom Wasser aus besonders eindrücklich wirkt.

Fototipps und kleine „Secret Spots“

Die schönsten Farben erwischen Sie am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang. Von der Nartelle aus lassen sich die Pinienkronen an der Küste harmonisch mit dem Boot im Vordergrund ins Bild setzen. Bei Sardinaux gibt es kurze Momente, in denen das Wasser spiegelglatt ist – ideal für Aufnahmen mit Reflektionen. Achten Sie auch auf die kleinen Felsbecken in Küstennähe zwischen Bonne Eau und Tardieu: Bei ruhigem Meer bilden sich dort winzige, glasklare „Pools“, die man vom Boot aus sieht, an Land aber leicht übersieht. Und wenn Sie bei La Gaillarde ankern, halten Sie nach den rechteckig wirkenden, in den Fels geschnittenen Konturen Ausschau – die Überreste römischer Fischbecken sind bei niedrigem Wasserstand gut zu erkennen.

Wenn der Wind auffrischt: Alternativen und Rückzugsorte

Kommt starker Ostwind auf, meiden Sie exponierte Felsnasen. Suchen Sie statt dessen eine breite Sandbucht wie Nartelle oder San Peïre, die den Schwell oft gedämpfter durchlässt. Bei Mistral können manche Buchten im Lee eines Kaps ruhiger liegen; testen Sie kurze Abschnitte entlang der Küste und beobachten Sie das Kabbelwasser. Häfen wie Sainte-Maxime oder Port des Issambres sind gute Rückzugsorte. Halten Sie VHF 16 im Blick und informieren Sie sich im Tagesverlauf über die lokale Vorhersage.

Nachhaltig unterwegs: leise, sauber, rücksichtsvoll

Die Küstenabschnitte sind beliebt – umso schöner, wenn wir sie leise und sauber genießen. Vermeiden Sie unnötiges Gasgeben, insbesondere in Ufernähe. Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit und nutzen Sie Abfallentsorgung im Hafen. Schwarzwasser wird im Hafen entsorgt – halten Sie Seeventile in Küstennähe geschlossen. Vermeiden Sie das Ablegen von Ketten über Seegrasflächen; wenn ein Anker nach dem Fallenlassen im Seegras liegt, heben Sie ihn an und versuchen Sie es erneut auf einer Sandfläche. Und: Musik an Deck ist nett – aber bitte so leise, dass der Nachbar und die Küstenwanderer nur das Meer hören.

Familientipps: Sicherheit, Pausen und Abwechslung

Mit Kindern an Bord zahlt sich Struktur aus. Legen Sie kurze Etappen ein, ankern Sie eher in flachem Sand und lassen Sie viel Zeit zum Baden. Ein einfacher Trick: Lassen Sie zwei Schwimmleinen ins Wasser, damit sich Kinder in Bootsnähe festhalten können. Ein Sonnensegel oder Bimini ist auf dieser Strecke Gold wert, ebenso ausreichend Trinkwasser. Packen Sie Schnorchelmasken mit großem Sichtfeld ein – die Faszination der Unterwasserwelt sorgt für anhaltende Begeisterung und entspannt zugleich die Erwachsenen.

Sicherheit und Kleines-Seemannschafts-1x1

  • Rettungswesten: für alle an Bord, passend und griffbereit.
  • Ankerprobe: Nach dem Fallenlassen kurz rückwärts einkuppeln, Halt prüfen.
  • Schwojkreis abschätzen: Abstand zu Nachbarbooten und zur Badezone einkalkulieren.
  • Funkbereitschaft: VHF 16 mitlaufen lassen, lokale Hinweise beachten.
  • Wetterblick: Aufziehende Schaumkronen und dunklere Wasserflächen kündigen Brisen an.

Ein optionaler Ausblick: weiter Richtung Dramont und Île d’Or

Wer Erfahrung mitbringt und einen sehr ruhigen Tag erwischt, kann von Les Issambres aus noch ein Stück weiter Richtung Saint-Raphaël und Cap du Dramont fahren. Die markante Felsinsel Île d’Or und die rötlichen Porphyrklippen sind landschaftlich spektakulär. Allerdings ist das eine Verlängerung, die Sie nur bei wirklich stabilen Bedingungen angehen sollten. Die Küste wird kantiger, die Distanzen größer – die Ankerplätze aber bleiben lohnend. Für eine entspannte Tagesrunde ist die Strecke bis La Gaillarde jedoch bereits vollkommen ausreichend.

Ein Tag auf dem Wasser: ein Beispiel, das einfach funktioniert

Start um 8:30 Uhr in Sainte-Maxime. Früher Badestopp an der Pointe des Sardinaux, wenn das Wasser spiegelglatt ist. Gegen 10 Uhr weiter in die Nartelle, Anker auf 6 Metern Sand, Bordfrühstück mit Blick auf die Pinien. Gegen Mittag verholen nach San Peïre, kurze Runde an Land, vielleicht ein Eis, zurück an Bord für die Siesta. Ab 14 Uhr weiter in die Bonne Eau für eine Schnorchelrunde, dann gemütlich zurück mit Zwischenhalt in La Madrague. Ankunft in Sainte-Maxime am späten Nachmittag, wenn die Farben warm werden und die See wieder glatter wird. Ein Tag, wie ihn viele nach dem ersten Mal immer wiederholen möchten.

Was Sie nur vom Boot aus sehen

Die Küstenlinie verrät vom Wasser aus Details, die der Landweg versteckt. Zwischen Bonne Eau und Tardieu zeichnen sich im flachen Wasser kleine, helle Bänder ab – sandige Korridore zwischen Seegrasinseln, in denen sich gerne Meerbrassen zeigen. Vor La Gaillarde setzen sich bei ruhigem Meer die alten Konturen der römischen Fischbecken ab. Und an der Sardinaux-Spitze schimmert das Wasser in einem eigenwilligen Grün, wenn die Sonne hoch steht – eine Farbnuance, die man vom Strand aus kaum erhascht. Der Reiz der Strecke liegt in diesen Augenblicken, die man nicht planen kann und gerade deswegen so besonders sind.

Praktische Kleinigkeiten, die viel ausmachen

  • Ein kleines Handlot oder einfach die Echolot-Anzeige hilft, die 4–8 Meter Tiefe für einen komfortablen Ankerplatz zu finden.
  • Eine Ankertonne als Markierung spart im Gewusel Zeit: Nach dem Schwimmen finden Sie Ihr Boot schneller wieder, wenn Sie geschnorchelt sind.
  • Ein dünnes Tuch als Schattenspender über dem Vorschiff macht die Mittagspause deutlich angenehmer.
  • Ein wasserdichter Beutel für Handy und Papiere gibt Gelassenheit bei Landgängen mit dem Beiboot.

Fazit: kurze Wege, große Erlebnisse

Die Strecke von Sainte-Maxime nach Les Issambres ist ein Paradebeispiel dafür, wie viel Entdeckung auf wenigen Seemeilen möglich ist. Wer früh startet, die Sandfelder zum Ankern sucht und die Felsnasen zum Schnorcheln nutzt, verbindet entspanntes Baden, kleine Naturabenteuer und mediterrane Genussmomente. Ob Sie nur zwei Stunden Zeit haben oder einen langen, sonnigen Tag auf dem Wasser verbringen: Zwischen Sardinaux, Nartelle, San Peïre und Bonne Eau finden Sie die Essenz der Côte d’Azur im Kleinen – zugänglich, abwechslungsreich und mit genug stillen Ecken, die man am liebsten nur Freunden verrät.

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